Fest des Glaubens ’09 – Ein Bericht
15. September 2009Freitag, 11. September 2009, 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit:
An vielen Pausenhöfen Osthessens klingelt es zum wohlverdienten Wochenende. Für einige ist es der Startschuss zu einem arbeitsintensiven Vergnügen. Heimhetzen — Sachenpacken (wichtig nur das Nötigste wie z. B. Walkie-Talkie, Taschenmesser, diverse Motto T-Shirts, Kiste Bier, gute Laune, blechweise Kuchen,…)-ins Auto schwingen und ab gehts.
Ziel:
Marienhöhe Dietershausen.
Was uns dort erwartet?
Vertreter der Jugendverbände im Bistum Fulda, Vertreter des bischöflichen Jugendamts und natürlich freundliche Schönstattschwestern.
Pünktlich um 16:18 Uhr beginnen knapp 30 Helferinnen und Helfer ihr Gebet im Kapellchen in Dietershausen.
Grund?
Fest des Glaubens!
Glaubt man zwar noch nicht, wenn man so auf das Gelände schaut — aber das soll sich schnell ändern.
Es folgt das Beziehen der nächtlichen Schlafquartiere. Man braucht wohl nicht zu erwähnen, dass die Jungs hier eiserne Stärke bewiesen und den Damen die luxuriösen Betten überließen. Danach Vorstellungsrunde im Klavierzimmer. Es offenbarte sich eine minimale Mehrheit an SMJlern und SMäJulerinnen. Die Regie hatte zum letzten Mal Simone Twents in der Hand. Markenzeichen der Oberbescheidwisser und KO-Kreis Mitglieder “Orange T-Shirts”. Und was für ein Glück — bereits beim Aufbau hält Petrus die Wolken fern und die T-Shirts dürfen gleich zum Einsatz kommen. Zu betonen sei an dieser Stelle auch, dass einige “verbandsunabhängige” unter den Helfern waren und uns tatkräftig unterstützten. Wobei? Da gab es allerhand: Leinwände aufbauen, lange Luftballonketten verkuddeln, Brauereibänke jonglieren, WC Schilder aufhängen, Chilloutteppiche verlegen, Doppelkeksrollen der Schwestern essen, und, und, und.
Kurze Pause — Abendessen. Leider haben die Mädchen vergessen, dass wir ja am bekannten fremden Tisch sitzen und vergaßen die Wurscht. Macht aber nichts, denn Dennis R. war auf alles vorbereitet. Ein selbst mitgebrachter Schwartenmagen bildete die Grundlage und Stärkung für weitere Aufbauarbeiten. Und weiter gehts:
Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit.
Aber mit Gott im Rücken ist es nur halb so schwer und eigentlich ist es auch sehr lustig zuzusehen, wie die Mädchenjugend Luftballonketten entknotet.
“Es kann eben nicht jeder Bescheid wissen und dazu ist ja auch die SMJ da” , sagte einst eine bedeutende SMäJulerin in einem Werbespot der Mädchenjugend, der unlängst auf youtube erschien.
Doch das nur am Rande.
Langsam aber sicher wurde es dunkel da draußen. Vereinzelte Hilferufe waren auf dem Gelände noch zu hören. Hier fehlten Bänke, dort Schilder und dann musste doch nochmal alles geprobt werden. Vom Festzelt hallten schon die ersten satten Beats, und da das Zelt so schön bunt ausgeleuchtet war, wurde es zur Anlaufstelle für alle Helfer.
Programmcheck, Microcheck, Beamer, Boxen, alles läuft perfekt. Die Technik von Peter und Paul hat es einfach drauf.
Der Aufbau nähert sich dem Ende. Die ersten sind bereits mit dem Aufbau der Abendrunde vor dem Kapellchen beschäftigt. Abschluss eines arbeitsintensiven Abends. Vor Gott und der Gottesmutter stehen wir und sagen “Wir sind soweit, jetzt können die Jugendlichen aus dem ganzen Bistum kommen”. Das Lagerfeuer vor dem Kapellchen flackert auf. Der Strahler leuchtet hell und nimmt jegliche Lagerfeuerromantik. Doch Rettung naht. Panzerfahrer Flitti, den wir schon aus vielen anderen Abenteuern kennen, hat die Lösung in einer geheimen Funktion seines Handys. Ein Anruf bei der ÜWAG genügt und der Baustrahler erlischt und das Feuer entfaltet seine Kraft.
Alles wird düster und der Gegenüber verschwimmt, letzteres ist wohl eher auf den Bierkonsum zurückzuführen. Fürchtet euch nicht — am Kicker brennt noch Licht. Tobi, Katharina, Lukas (oder Philipp wie ihn einige nennen)und Bonkos haben das OMI vs. Schönstatt Duell am Laufen. Das Ergebnis von unzähligen Ballwechseln wird zum Schutze der OMI-Jugend hier nicht veröffentlicht. Draußen am Feuer wird die “gute alte Zeit” beschworen (in der bekanntlich das Freibier noch ‘ne Mark gekostet hat) und jeder ist gespannt, was das Fest des Glaubens bringt. Punkt 0 Uhr ist es soweit, Bonifatiuslied und Zicke Zacke,… na hoffentlich wird das Fest so gut wie die Vorbereitung. Bis spät in die Nacht wird noch gefeiert, aber irgendwann findet auch der Letzte ein flauschiges Plätzchen zum Schlafen.
12. September 2009, 7 Uhr, Marienhöhe Dietershausen:
Langsam kommt Bewegung in die Gänge des Josef-Engling Hauses. Morgengebet im Kapellchen. Danach Frühstück im Roten Saal. Manch einer zweckentfremdet Trinkbecher zu Müslischalen mangels selbiger. Letzte Schei*** ähm Feinarbeiten werden noch erledigt. So auch das Anschließen des Toilettenwagens an das örtliche Trinkwassersystem.
Die Infomeile wird bezogen, um mögliche Frühaufsteher empfangen zu können. Die Band beginnt langsam die Eierschneider (manche sagen auch Gitarren dazu) zu quälen und da sind sie auch schon: Die ersten Teilnehmer. Über 500 Anmeldungen waren es im Voraus — 600 Teilnehmer sind am Ende gekommen, wobei Schätzungen zufolge die Dunkelziffer weitaus höher sein soll. Für die erste Freude des Tages sorgten –wie immer– die Programmhefte mit den lustigen Nummern vorne drauf — wobei bis heute ungeklärt bleiben wird, warum bei einigen sich ein “F” davor geschlichen hat. Auch die angetackerten Essensmarken werden mit großer Vorfreude beäugt.
Noch ist es richtig kalt draußen und nur ein paar harte Kerle wie unser Flitti rennen in T-Shirt und kurzer Hose umher, um andere umherirrende Schafe in Richtung Zelt zu bewegen. Generell ist dieses Unterfangen jedoch eher schwierig, da die Freude darüber, alte Bekannte wiederzusehen, so groß ist, dass der Smalltalk zu einer festen Verwurzelung mit dem Untergrund führt.
Pünktlich um 9.17 Uhr fällt dann jedoch der Startschuss. Die Band gibt richtig Gas. Nach einem kurzen Warmklatschen und Einsingen, betreten der Jugendpfarrer nebst Simone Twents die Bühne, um das Fest des Glaubens für eröffnet zu erklären und die Bühne auch gleich wieder für die eigentlichen Moderatoren (Tobias Büdel, Matthias Flittner) frei zu geben. Nachdem sich jeder der 600 Anwesenden persönlich vorgestellt hat, wurde der Morgen mit Gott begonnen.
Nach dem Morgenlob folgte ein Film aus den Studios des Bistums Fulda. Die Hauptdarsteller bewiesen einzigartige Talente und machten Uri Geller locker Konkurrenz. Auf wundersame Weise wurden — passend zum Motto “ERwecke das Leben in mir” — im Film Karten und Türen zum Leben erweckt.
Dann folgte das absolute Highlight des Tages — der Vortrag von Thorsten Hartung. Ein ehemaliger Anführer einer internationalen Autoschieber Bande und Mörder. Im Zelt herrschte eine Gänsehaut-Atmosphäre und das über zwei komplette Stunden. Diesen tollen Vortrag zu beschreiben, ist fast unmöglich und würde dem Ganzen mit Sicherheit nicht gerecht. Deshalb bleibt es hier bei diesen lobenden Worten — wer dennoch mehr wissen möchte, der frage doch einfach jemanden, der dabei war. Danke nochmals an Thorsten Hartung, der sich nicht zu schade war, aus seinem bemerkenswerten Lebenslauf und Wandel zu erzählen.
Nach dem Vortrag kamen die Nummern auf den Programmheften zum Zuge. Simone Twents teilte die Gesprächskreise ein und diese machten sich dann auf, um die Wiesenflächen rund ums Heiligtum zu besiedeln. In den Gesprächskreisen wurde sich nach dem “Speeddatingpinzip” ausgetauscht. Fragen zur Schuld, Beziehung zu Gott und Beziehung zu Mitmenschen wurden angesprochen und diskutiert.
Um 12 Uhr trafen sich dann alle vor dem Liebesheiligtum, um das Angelus Gebet zu sprechen. Danach gab es ein Gruppenfoto der besonderen Art. Nicht vor dem Heiligtum, wie in den Jahren zuvor, stand der Fotograph, nein, diesmal flog er über unsere Köpfe hinweg. Ein wunderschönes Luftbild entstand. Aber nicht irgendein Bild: Alle Teilnehmer bildeten eine “09”, wobei die “0” das Kapellchen einschloss.
Das Loch in der Magengegend meldete sich und da kamen die Malteser gerade recht. Nudeln mit Hackfleischsoße — wie erwartet spitze. Zum Nachtisch ein vegetarisches Schnitzel (Eis) — serviert von der SMJ. Für kühle Getränke und ausgelassene Stimmung sorgte die SMJ beim Getränkeverkauf. Für gutes Wetter — Petrus im Himmel und für Lacher unsere SMäJu. Die Aufgaben waren also klar verteilt. Zeit für Austausch und Kontakteknüpfen gab es selbstverständlich auch und so manch einer genoss die Sofa-Atmosphäre im Chilloutzelt.
Um 14 Uhr starteten die unterschiedlichsten Workshopangebote. Angefangen bei Sandkarten basteln, Gipsmasken herstellen über Infos zu Misiones bis hin zu modernen Benimmregeln, konnten die Teilnehmer wirklich alles machen.
Um 17 Uhr freuten sich dann die Schwestern im Provinzhaus über eine volle Gott Vater Kirche. Weihbischof Diez hielt die Heilige Messe. An Geistlichen mangelete es weder in der Messe noch tagsüber bei den Beichtgelegenheiten auf der Wiese. Der Gottesdienst war sehr feierlich und wurde musikalisch von der Lobpreisband aus Zella “The Believers” untermalt. Trauriger Bestandteil war die Verabschiedung von Simone Twents am Ende des Gottesdienstes. Auch die SMJ-Fulda sagt an dieser Stelle DANKE Simone für deine Arbeit und deinen Einsatz. Einziger Kritikpunkt am Gottesdienst: Das Lied “Von dir erwählt” müssen wir nochmal zusammen mit der SMJ üben. Auch die niedrige Wiederholungsrate des Refrains ist mit “10” eindeutig zu gering.
Kaum war die Messe aus, wehte ein Duft von Grillwürstchen den Teilnehmern um die Nasen. Extrawürste für Vegetarier gab es keine, dafür aber Käsebrötchen. Ob es Analogkäse oder Digitalkäse war, darüber wollte sich Matthias Flittner der zuständige Cateringleiter und sebst bekennender Vegetarier nicht äußern. Auf eine offizielle Anfrage seitens der SMäJu sagte dieser nur:“Man muss heutzutage sparen wo man kann.” Bilder vom Fest lieferten Marcel Schäfer und unsere rasende Reporterin Carla Carolin Columna.
Nach dem Abendessen sorgte die Band “heaven’s doorstep” für geniale Stimmung im großen Festzelt. Besonders der Einsatz von Lasern und der Gesundheit des Frontmannes Martin Dölle sorgte für gute Stimmung.
Gegen 20.30 Uhr versammelte man sich mit Kerzen vor dem Kapellchen. Aus dem Programmpunkt “Lichterkette um das Kapellchen” wurde kurzum ein “Lichterhaufen vor dem Kapellchen”. Es folgte ein kurzes Abendgebet mit Anbetung und Segen. Der Abschluss eines durchweg gelungenen Tages. Der Abschied viel schwer, denn dadurch, dass die Teilnehmer aus dem ganzen Bistum Fulda kamen, sehen sich viele von ihnen nur 1 – 2 mal im Jahr.
Die Kerzen gehn aus — wir gehn nach Haus — übrig bleiben die tapferen Helfer und der KO-Kreis.
Es gilt noch am Samstagabend Luftballonketten abzuhängen und Brauereibänke zu stapeln. Als sich die Helfer und die Speyrer SMJ, welche netterweise bis Sonntag blieb und mithalf abzubauen –DANKE EUCH!!!-, abends ans Lagerfeuer setzen, ist ein großer Teil der Arbeit bereits getan.
Am Lagerfeuer werden noch einige Zypressen vernichtet und der Tag noch einmal besprochen. Dabei gibt es “Mähdrescher-Kuchen” von Bruder Peter. Erster Zwischenfall: Gegen 10.38 Uhr kommt es zu einem kleinen Gerangel zwischen Katharina von der OMI-Jugend und einem größeren Kuchenblech. Als Gewinner des Kampfes ging Katharina hervor. Der Kuchen ergab sich ambodenliegend. Polizei wurde keine eingeschaltet, die Parteien einigten sich untereinander friedlich.
Dreist auch der Versuch von Elena W. sich ein komplettes Kuchenblech für den Abend zu sichern — wir von der SMJ fanden das ein starkes “STÜCK”! Neben nächtlichem Besuch von Eltern, die gerne mitfeiern wollten, gab es eine neue Staffel von BFDSDS (Bistum FulDa sucht Den Superstar). Hierbei wurden Musiktitel auf höchstem musikalischem Niveau dargeboten. Werke wie “das Kreuzberglied”, “Neulich ging…” aber auch Eigenkompositionen wie “Hey, vote for Caro” mussten dem kritischen Gehör der Jury, welche aus Simone Twents und Schwester Klaresa bestand, standhalten. Außer Konkurrenz sangen die Speyrer, die ihr sprachliches Können mit einem Lied über einen Schnuppstand am Volksfest bewiesen.
Um 12 Uhr schallte traditionell unser Bonifatiuslied in den Sternenhimmel (direkt zur Raumstation ISS, die während des gesamten Abends über uns schwebte) gefolgt von einem kräftigen Zicke Zacke auf Malteser-, Omi-, KJF-, Schönstatt Mädchen– und Mannesjugend sowie ganz besonders auf Simone Twents. Der restliche Verlauf des Abends bleibt unseren Erinnerungen vorbehalten und wird an dieser Stelle nicht näher geschildert.
Ende eines genialen Tages.
Die Nacht war kurz und endete spätestens um 7 Uhr am Sonntag. Heilige Messe mit Jugendpfarrer Sebastian Blümel. Rückblick auf ein gelungenes Fest, Dank an Gott sowie ein stolzes Gefühl, erfüllte den Gottesdienst. Nach dem Frühstück im Roten Saal und dem Hinzustoßen einiger Schlafmützen ging es ab zum Festzelt. Dieses einzupacken war ein ganz besonderer Typ Mensch angereist. Dieser Typ Mensch nennt sich Zeltmeister und beherrscht es — genau wie unser Dözi — Aufgaben zu verteilen. Wir wissen heute alle, dass die Planen in die Säckle müssen und es wesentlich einfacher ist, wenn man den Fuß „draufstellt“.
Um 11.30 Uhr war es wie in der Bibel beschrieben steht (Psalm 103,15 – 18): “Fährt der Wind darüber, ist sie dahin; der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr. Doch die Huld des Herrn währt immer und ewig für alle, die ihn fürchten und ehren.” Die Marienhöhe sah wieder so aus wie immer. Alles war weggeräumt und wir hoffen, dass die Huld des Herrn auch nach dem Fest noch wirkt und weiterhin begeistert. Zwar stehen nun keine Zelte mehr, dafür tragen wir alle Erinnerungen in unseren Herzen.
Bei Würstchen schauten wir uns die Bilder des gestrigen Tages an und waren uns alle sicher:
Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!
Bis zum 11.09.2010!
Wir sagen Danke an alle! Teilnehmer, Planer, Helfer, Spender, Schwestern — einfach alle!
Dieser Artikel ist absolut subjektiv aus der Sicht von eurem Bonkos. Nicht alles ist ernst gemeint und ich hoffe, dass sich niemand auf den Schlips getreten fühlt — falls doch: Es war keinesfalls meine Absicht. Ich habe mich bemüht peinliche Situationen wie z.B. den Weinflaschenweitwurf von Christoph S. oder die Gipsarmbruderschaft zwischen Speyrer– und Fuldaer-SMJ nicht zu erwähnen. Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen sind zwar gewollt aber nicht beabsichtigt. Das Verbreiten dieses Berichts ist ausdrücklich erwünscht!
Danke fürs Lesen!
Mit euch verbunden
euer
Bonkos

